Die Netzhaut ist für das Auge, was der Film für die Kamera ist; die Netzhaut erzeugt die Bilder, die über den Sehnerven an das Gehirn weitergeleitet und von diesem als solche wahrgenommen werden.
Die Netzhaut besteht aus vielen Millionen Sinneszellen (Photorezeptoren), die von außen nach innen an Zahl zunehmen; die Netzhautmitte (Makula) weist die höchste Dichte an Sinneszellen auf.
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a) Erkrankungen der Stelle des schärfsten Sehens
Entsprechend ihrer extrem hohen Leistungsfähigkeit ist die Netzhautmitte besonders empfindlich und nicht selten einem altersbedingten Abnutzungsprozeß (trockene Makuladegeneration) ausgesetzt, der in den meisten Fällen durch Untergang von Sinneszellen zu einer mehr oder weniger fühlbaren Minderung der Sehschärfe führt, jedoch die Lesefähigkeit als solche in der Regel nicht gefährdet. Bisher ist kein Mittel bekannt, das gegen die trockene Makuladegeneration sicher wirksam wäre.
In bestimmten Fällen nimmt die Makuladegeneration eine andere, aggressivere Verlaufsform an (feuchte Makuladegeneration), bei welcher es zum Austritt von Blutbestandteilen unter und in die Netzhautmitte kommt, wodurch diese ihre Funktion innerhalb weniger Wochen verlieren kann. Die feuchte Makuladegeneration kündigt sich dem Patienten dadurch an, daß er gerade Linien nicht mehr gerade, sondern verbogen oder verzerrt sieht; später wird in der Gesichtsfeldmitte eine Zone unscharfen Sehens wahrgenommen, bevor schließlich an der Stelle, die man gerade anzuschauen versucht, nur noch ein grauer Fleck gesehen wird.

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Feuchte Makuladegeneration
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Die frisch aufgetretene feuchte Makuladegeneration ist ein Notfall; ein Patient der bei sich die beschriebenen Symptome beobachtet, sollte am nächsten Arbeitstag einen Augenarzt aufsuchen und auf einer Untersuchung des Augenhintergrundes bei erweiterter Pupille bestehen. Denn die feuchte Makuladegeneration ist meistens umso besser zu behandeln, je früher sie erkannt wird.
Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
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Laserkoagulation |
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Wärmebehandlung (Thermotherapie)
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Örtliche medikamentöse Behandlung (PDT, Photo-Dynamische Therapie)
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Operative Behandlung (Makulatranslokation)
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Entfernung kleiner (Hagelkorn, Warze) und größerer Tumoren (z.B. Basaliom) mit oder ohne plastische Deckung bzw. Hautverpflanzung |
Welche Behandlung im jeweiligen Fall die geeignetste ist, kann nur im Rahmen einer gründlichen Augenuntersuchung entschieden werden.
b) Diabetische Netzhautleiden; andere Durchblutungsstörungen
Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Erkrankung, die den gesamten menschlichen Körper in Mitleidenschaft ziehen kann. Mit zunehmender Krankheitsdauer sind die Augen überproportional häufig betroffen; jeder zweite Diabetiker hat nach fünfzehn Jahren Krankheitsdauer ein diabetisches Netzhautleiden (diabetische Retinopathie).

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Leichtes diabetisches Netzhautleiden
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Schweres diabetisches Netzhautleiden
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Es werden zwei Verlaufsformen unterschieden, die sich jedoch oft überschneiden und gegenseitig in unguter Weise ergänzen können:
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die diabetische Retinopathie im eigentlichen Sinne betrifft die Netzhaut als Ganzes und zeichnet sich durch Störungen der Durchblutung aus; manche Blutgefäße werden porös und undicht, andere verschließen sich. Kommt es zu einer krankheitsbedingten Minderdurchblutung größerer Netzhautbereiche, so wachsen neue Blutgefäße auf der Netzhaut (Neovaskularisationen), die zu spontanen Einblutungen in das Auge, zu einer Netzhautablösung und schließlich zur vollständigen Erblindung des Auges führen können.
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die zweite Verlaufsform betrifft die Netzhautmitte (diabetische Makulopathie); durch Flüssigkeitsaustritt aus erkrankten Blutgefäßen oder durch Verschluß derselben kommt es zur Schwellung der Makula mit der Folge einer fortschreitenden Minderung der Sehschärfe. Eine diabetische Makulopathie alleine verursacht jedoch nie eine vollständige Erblindung.
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Lesen Sie weiter (Diabetische Netzhautleiden, Andere Durchblutungsstörungen der Netzhaut, Netzhautablösung und verwandte Probleme)
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